Transalp 2018, 4. Etappe

Arvier - Valgrisenche - Rifugio Bezzi - Col du Rocher Blanc - Le Fenil - Val d'Isère

62 km, 2'687 hM, 7h02'

 

Nach dem ausgiebigen Frühstück machten wir uns bei noch bedecktem Himmel an den langen Aufstieg durchs Valgrisenche. Rund 20 km Aufstieg auf Teerstrasse stand uns bevor.

 

Die Steigung begann unmittelbar nach dem Hotel. Obwohl mir dieser Abschnitt ein bisschen zuwider war, gestaltete er sich aber mit meinen Kollegen als kurzweilig. Kleinere Foto- und Aussichtspausen brachten ein wenig Abwechslung.

 

In Valgrisenche fuhren wir auf der in Fahrtrichtung gesehen linken Talseite zur Staumauer hoch. Danach führte ein schön angelegtes Strässchen ohne Verkehr über dem See nach Surier. So konnten wir die zusätzlichen Höhenmeter auf der eigentlichen Talstrasse einsparen.

 

In Surier hiess es Wasser tanken, um den zunehmenden Temperaturen trotzen zu können. Man kann dann noch bis ca. auf die Höhe des Weilers Saxe De Ponton fahren, bevor es zu steil und verblockt wird. Zudem mussten wir ein längeres Schneefeld queren. Der nicht fahrbare Aufstieg zum Rifugio Bezzi zieht sich, nach jeder Kuppe meint man die Hütte nun sehen zu können. Diesen Weg bin ich bereits in beide Richtungen gegangen.

 

Im Rifugio Bezzi wollten wir unbedingt eine stärkende Suppe essen. Nachdem wir zuerst um eine halbe Stunde vertröstet wurden , weil die Küchenmannschaft gerade am Essen sei, rollten wir ein bisschen die Augen und gaben uns ungeduldig, Bald bekamen wir dann aber von der Hüttenwartin eine Gemüsesuppe aufgestellt, die bei uns sofort als "Weltklasse" eingestuft wurde.

 

Danach folgte der lange und harte Aufstieg zum Col du Rocher Blanc. Zuerst ging es steil dem Hang entlang talauswärts zurück, immer mit herrlichem Tiefblick auf den vorhin begangenen Weg zum Rifugio. Sobald es aber links weg in ein wunderschönes Hochtal abzweigt, wird es ein wenig flacher.

 

Vorbei an einem herrlich gelegenen Seelein und durch einige Restschneefelder kommen wir dem Passübergang immer näher. Einige Abschnitte können wieder gefahren werden, bevor der Schlussaufstieg durch Schotterhalden nochmal richtig steil wird. Bis zum Col du Rocher Blanc auf 2'835 M.ü.M. sind wir nun vom Hotel aus insgesamt 31 km und 2'080 Höhenmeter hochgestiegen.

 

Der ansonsten herrliche Trail führte im oberen Teil über ein längeres Schneefeld, bevor wir dann über saftige Alpweiden in voller Blütenpracht surfen konnten. Meine Vermutung einige Tage vor der Tour bestätigten sich, dass an diesem Pass noch am meisten Schnee liegen könnte.

 

Nach Le Fenil fuhren wir runter zur Passstrasse, welcher wir dann bei grosser Hitze bis Val d'Isère folgten. Die Skistation empfing uns dann in ihrer ganzen Hässlichkeit. Hotelbunker wechselten sich mit Appartementsiedlungen und vielen Restaurants an der Strasse ab. Nun mussten wir erstmal die Vorräte auffüllen, da die nächste Übernachtung ohne Frühstück gebucht war.

 

Wir fuhren noch weiter bis zum Dörfchen Le Fornet, wo wir unser Appartement gebucht hatten. Einige Verwirrung gab es beim Bezug, war doch für das ziemlich ältere und senile Paar keine Buchung auffindbar. Nachdem ich aber die Buchungsbestätigung vorlegen konnte und das Geld auf den Tisch legte, war alles in Ordnung. Für Aschi mussten wir wieder nichts bezahlen.

 

Am Abend wollten wir eigentlich im einzigen Restaurant im Ort Essen gehen. Nachdem aber bereits das Aperobier 7 Euro kostete, studierten wir mal die Speisekarte am Anschlag. Menuepreise über 100 Euro veranlassten uns aber, zurück nach Val d'Isère zu gehen und dort etwas zu suchen. Der Weg zurück war ca. 3 km und einige Tiefenmeter, was uns ein bisschen zuwider war.

 

Nach einem wunderbaren Essen in einer kleinen Pizzeria begann es prompt zu regnen und wir hatten keine Regensachen dabei. Kurzerhand sprach ich zwei Büezer beim Feierabendbier an, ob sie nicht einen Pickup oder Lieferwagen hätten um uns zurückzuführen. Nach der Zusage einer entsprechenden Entschädigung war fünf Minuten später ein Kollege von ihnen mit einem Minivan da, der uns dann zurückfuhr. Ich liebe solch kleinen Anekdoten, welche das Erlebnis einer Tour zusätzlich auffrischen.

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Kommentare: 1
  • #1

    sven (Freitag, 17 August 2018 10:14)

    Man fühlt sich wie mit dabei beim lesen hier *thumbsup* macht spass so an eurer mega-transalp teilhaben zu dürfen. Solche erlebnisse sind unvergesslich, die letzten abenteuer in unserem durchgeplanten organisierten alltag. Ich weiss nicht ob dies für mich als verweichlichten hotel-tagestourenfahrer etwas wäre, müsste vieleicht einmal mit einer 2-tagestour beginnen ...

    Das hochtal auf dem weg zum Col Rocher Blanc ist so schön, die blauen enziane, die schneereste und das satte grün, traumhaft 8)