Lac d'Emosson - Col du Jorat

Ich hatte den Col du Jorat schon lange auf meiner Liste. Nachdem ich nun noch Berichte meiner Kollegen lesen konnte, die erst kürzlich da waren, wollte ich es auch wissen.

Wenn ich schon mal in dieser Gegend war, genügte mir der Jorat alleine natürlich nicht ;-). Meine Tour führte vorher noch über zwei eher weniger biketaugliche Pässe, wie sich herausstellen sollte.

 

Ich parkierte auf der Autobahnraststätte Relais du St-Bernhard. Ein super Ausgangspunkt für Touren in dieser Gegen, gratis parkieren und man kann am Schluss gleich wieder in die andere Richtung auf die Autobahn. Ich fuhr dann in der Morgendämmerung in wenigen Minuten zum Bahnhof Vernayaz und stieg hier in den Mont-Blanc-Express bis nach Finhaut.

Hier startete ich die Tour mit dem Aufstieg auf Teerstrasse zum Emosson-Stausee.

 

Ab hier verabschiedete ich mich von der Zivilisation und fuhr wunderschön durch einen Tunnel und entlang des Stausees bis zum Beginn der Steigung zum Col de Barberine. Nun hiess es Bike schieben und schultern.

 

Landschaftlich wunderschön und absolut einsam wandert man zum Col de Barberine auf 2'482 M.ü.M. das Panorama auf beide Seiten, einfach zum Geniessen. Nun hoffte ich doch auf eine einigermassen geile Abfahrt.

 

Panorama über den Lac d'Emosson Richtung französiche Alpen
Panorama über den Lac d'Emosson Richtung französiche Alpen

Die Abfahrt war dann alles andere als biketauglich, für mich grösstenteils nur zu Fuss zu bewältigen. Steil, rutschig und verblockt, kein Wunder liest man im Netz keine Berichte über diesen Pass (und auch den Nächsten).

Zuhinterst im Tal auf 2'000 M.ü.M. begann dann unmittelbar der nächste Aufstieg . Wiederum sehr steil und nur Bike tragend gelangt man zum Col d'Emaney auf 2'462 M.ü.M. Auch hier die Aussichten einfach sensationell, über den Lac de Salanfe zum nächsten Ziel, dem Col du Jorat und dahinter die Gipfel des Dent du Midi. Ist die Abfahrt zum See nun wohl ein wenig spassiger?

 

Panorama über den Lac de Salanfe zum Dent du Midi
Panorama über den Lac de Salanfe zum Dent du Midi

Die Abfahrt war dann leider auch nicht viel besser, ebenfalls einfach nicht biketauglich. Endlich gelangt man zur Staumauer und auf der anderen Seite zum rettenden kühlen Getränk.

 

Nun hoffte ich doch aufgrund der Berichte meiner Kollegen auf einen krönenden Abschluss der Tour über den Col du Jorat. Den Aufstieg konnte ich aufgrund meiner schwindenden Kräfte nicht alles fahren.

Da ich mich nicht durch die Gebüsche schlagen wollte wie Rotscher und Ändu, nahm ich die Abfahrt bis runter nach Jorat d'en Haut. Diese riss mich nun nicht vom Hocker, ein steiniger Alpweg einfach.

Die Querung rüber zu Punkt 1'729, wo Rotscher und Ändu runterkamen, und nach Cocorié war dann mit meinen müden Beiden ein einziger Horror. Ein einziges verblocktes Auf und Ab. Wie man hier alles als fahrbar bezeichnen kann, bleibt mir ein Rätsel.

Um gemäss Rotscher's Tour ab Punkt 1'030 nicht nochmal 100 Höhenmeter rauffahren zu müssen, probierte ich den direkten Weg über Le Salantin. Noch der grössere Horror, sehr steile Abwärtsschieberei, die sich definitiv nicht lohnt. Hier hatte ich nun den Hals dermassen voll, dass ich auf der Strasse ins Tal fuhr.

Ich hatte mir vom Jorat aufgrund der Lobeshymnen mehr erwartet, trotz meiner Übermüdung meiner Meinung nach nur landschaftlich ein Genuss.

 

Meine Erkenntnis des Tages: Ich sollte langsam aufhören, Routen und Pässe zu wählen, über welche man in Bikeforen nichts liest.

 

54 km, 7h21', 2'323 Hm

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Kommentare: 2
  • #1

    sven (Samstag, 07 September 2019 10:06)

    Aufhören ne, wer nichts wagt der nicht gewinnt ;) ist ja genug oft auch so, dass man positiv überrascht wird bei solch einem experiment. Bei mir gerade wieder vor zwei tagen im Engadin, über drei fuorclas wo ich keine bikeberichte fand und den jackpot gezogen. Merci für deinen bericht, wir waren ja vor zwei wochen auch oben beim Emosson und haben uns noch gefragt, ob der Col de Barberine und Emaney wohl sinn machen würde. Unser ziel das weisse pferdchen lag dann aber auf der anderen seite.

  • #2

    ROTSCHER (Montag, 09 September 2019 21:25)

    Dein Beitrag erstaunt mich etwas. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die beiden ersten Pässe so unfahrbar sind. Klar sind es abgelegene und wohl selten begangene Routen. Aber dass sie so schlecht sind? Ich habe diese Route auch schon lange auf dem Radar. Ich werde mein Glück wohl irgend wann auch versuchen :)
    Und die Abfahrt nach dem Jorat ins Tal ist in meiner Variante super und, zumindest für mich, fahrbar :) ... Spass pur.
    Trotz etwas Frust, die Gegend ist super schön, ein Besuch wert.