Transalp 2018, 8. Etappe

Abriès - St-Véran - Col de la Noire - Maljasset - Col de Mary - Acceglio

74 km, 2'652 hM, 7h50'

 

Auch heute war das Frühstück leider eine absolute Zumutung. Ausgeruht nach unserem Ruhetag machten wir uns mit leichtem Gepäck auf den Weg.

 

Abseits der Strasse ging es über Aiguilles hinein ins Tal Richtung St-Véran. Auf Teer- und Forststrassen und einigen Trails erreichten wir dann das höchstgelegene, dauerhaft bewohnte Dorf Europas.

 

Weit ins Tal hinein zieht sich die Schotterstrasse, vorbei an der Chapelle de Clausis bis kurz vor das Refuge de la Blanche. Wir konnten wieder alles fahren bis auf 2'480 M.ü.M. Das Refuge liessen wir links liegen und rasteten lieber in der schönen Natur mit Wurst und Käse. Von da an ging es knapp 500 Höhenmeter hoch, das Meiste mit dem Bike auf den Schultern. Der Blick zurück zeigte uns auch noch den Lac de la Blanche.

 

Panorama vom Col de la Noire
Panorama vom Col de la Noire

Mit dem Col de la Noire auf 2'955 M.ü.M. hatten wir den höchsten Punkt der Tour erreicht. Wir konnten die 3'000-er Marke also nicht ganz knacken. Der Blick in die Tiefe zum Lac de la Noire liess bereits einen wunderschönen Trail vermuten.

 

Und es war tatsächlich so, ein Hammertrail führte runter ins Val Ubaye. Einmal mehr ein Genuss, nur unterbrochen von einer ziemlich heiklen Felspassage. Wir zirkelten unsere Räder umständlich durch die Felsstufe, ich setzte mich dabei ziemlich unsanft auf den harten Untergrund. Wieso dieser Trail nicht einfach geradeaus auf die grüne Wiese führt bleibt ein Rätsel. Kurz vor dem Col de Longet, einer anderen Transalp-Variante, bogen wir ins Haupttal ab.

 

Der wunderschöne Trail führte weiter über saftige Schafweiden und später noch durch eine kleine Schlucht. Hier machten wir auch die ersten Bekanntschaften mit Herdenschutzhunden, die aber allesamt friedlich verliefen. Gleichzeitig war auch eine Dreiergruppe Trailrunner in der gleichen Richtung unterwegs. Wir mussten teilweise richtig Gas geben, um nicht immer wieder von ihnen überholt zu werden.

Dann machten wir auf einer Alp noch diesen makabren Fund, ein wohl vor längerer Zeit abgestürztes Kleinflugzeug. Das Blaue in der Mitte ist der Motorblock. Die Teile bleiben wohl liegen, Souvenirjäger werden vermutlich nach und nach alles verschwinden lassen.

 

In Maurin war dann der Spass zu Ende. Hier begann die Steigung zum Col de Mary oder auch Col de Maurin. Wir rasteten noch ausgiebig auf einer schönen Schafweide, ich konnte endlich meine mitgeführten Ravioli essen. Der Trail zum Pass war grösstenteils fahrbar, einige Schiebestrecken unterbrachen den Fahrspass. Im Netz gibt es Berichte und Bilder, wonach hier sogar Motorräder über den Pass fahren. Im letzten Teil des Aufstiegs und während der ganzen Abfahrt wurden wir immer wieder von Gewittern mit teilweise Graupelschauern eingedeckt. Das und die nachlassende Vorderbremse von Fred vermiesten uns die eigentlich wiederum schöne Abfahrt. Leider bleibt ab Grange Ciarviera grösstenteils nur die Teerstrasse, wenn man nicht zusätzliche Höhenmeter einbauen will.

 

Pflotschnass kamen wir im Hotel Marmote in Acceglio an, wo uns der Kellner aber sofort den Skiraum zeigte und die Skischuh- und Raumheizung in Gang setzte. Was für ein Service! Ich war auch gespannt auf dieses Hotel als Alternative zur Pension Ceaglio in Marmora weiter vorne im Tal. Aber es ist keine Alternative, alleine das Essen kommt nicht annähernd an das Ceaglio ran.

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